Erkenne endlich, was genau dich stresst!

Stress Überlastung Burnout

Wir sprechen oft immer wieder mal davon im Stress zu sein. Aber was ist Stress denn eigentlich? Und woran kannst du erkennen, WAS GENAU dich stresst bzw belastet? Ich möchte dir in diesem Beitrag zeigen, woran du endlich erkennst, was genau dich stresst. Ich möchte deine Fragen hier gerne aufgreifen, hinterleuchten und meine persönlichen Erfahrungen mit dir teilen.

Erstmals in den 1940er Jahren wurde vom österreichisch-kanadischen Arzt und Biochemiker Hans Selye die Begrifflichkeit Stress im medizinischen Kontext eingeführt. Er bezeichnete damit die allgemeine Auswirkung von Belastungen auf lebende Körper. Schon damals wurde von Wissenschaftlern festgestellt, dass eine länger anhaltende körperliche und seelische Belastung eine ernsthafte Bedrohung für unsere Gesundheit ist. Nahe liegend, dass Stress heute zu den wichtigsten gesundheitlichen Risikofaktoren zählt.

Der Begriff Stress hat sich in unserer Alltagssprache mehr festgesetzt, als jeder andere Begriff aus der Wissenschaft. Wir sprechen jedoch nicht nur von Stress am Arbeitsplatz …. nein, nein ….. da gibt’s dann noch

  • Stress in der Beziehung
  • in der Schule und sogar im Kindergarten
  • Stress im Straßenverkehr
  • Stress im Krankenhaus
  • Leistungsstress
  • Freizeitstress und
  • paradoxerweise auch Urlaubsstress

Stress wird in drei Teile aufgeteilt. Man nennt es auch Stresstrias. Diese Übersicht kann dir helfen herauszufinden, was genau dich stresst und zu deiner Erschöpfung bzw Überlastung beiträgt

Stresstrias - Die drei Bestandteile des Stressgeschehens
Stresstrias – Die drei Bestandteile des Stressgeschehens
  • Stressoren
    Stressoren sind Stressauslöser in Form von äußeren belastenden Bedingungen und Anforderungen. Das können zB Umweltkatastrophen sein, ein Zugunglück, dein überquellendes E-Mail-Postfach oder du hast deinen Ausweis verloren. Du empfindest jede Form von Lärm als unangenehm und störend? Leidest du unter chronischen Schmerzen? Bist du ständig unter Zeitdruck? Auch das können Stressoren sein und unter Umständen deine Stressreaktionen auslösen. Jedoch nicht jede Anforderung und jeder äußere Zustand führt zwangsläufig zu einer körperlichen und seelischen Stressreaktion.
  • Persönliche Stressverstärker
    Persönliche Stressverstärker sind deine persönlichen Motive, Werte, Einstellungen und Bewertungen, mit denen du an die belastenden Situationen herangehst. Sie sind häufig mitentscheidend dafür, ob überhaupt und wie heftig Stressreaktionen in diversen Situationen auftreten. Sie prägen deine persönliche Stressverarbeitung und stellen die Bindeglieder zwischen deinen Stressoren und deinen Stressreaktionen dar.

    Ein Beispiel:
    Es landen immer mehr Aufgaben auf deinem Schreibtisch und du gerätst unter Zeitdruck. Das stresst dich. Liegt die Ursache tatsächlich immer und ausschließlich an den Terminvorgaben anderer? Könnte es eventuell sein, dass deine Ungeduld oder dein Bestreben, immer so viel wie nur möglich zu erledigen eine Rolle spielen?
  • Stressreaktion
    Stressreaktionen sind deine körperlichen und psychischen Antworten auf Belastungen. Sie haben großen Einfluss darauf, wie du denkst und fühlst. Du reagierst ganzheitlich – mit deinen Muskeln, mit deinem Herzen, deinen Gefühlen und Gedanken und natürlich auch mit typischen Handlungen. Hast zu zB regelmäßig Verspannungen?

Ich habe mich selbst schon öfters dabei ertappt, als Begründung oder sogar als Entschuldigung für was auch immer, die Aussage „Ich bin im Stress“ oder „Ich bin gestresst“, zu verwenden. Manche Menschen jedoch verwenden diese Aussage tatsächlich mit dem Unterton von Stolz. Du fragst dich warum? Hhhmm … naja, Stress wird auch als Zeichen der Wichtigkeit und Bedeutsamkeit der eigenen Person, als Statussymbol, das Anerkennung von anderen verspricht. Was ich persönlich jedoch in keinster Weise befürworte und/ oder bestätigen kann und möchte. Nur weil jemand viel zu tun oder einen prall gefüllten Terminkalender hat – egal, ob im Berufs- und/ oder Privatleben – bedeutet das noch lange nicht, dass die Person deshalb wichtiger ist als jemand, der sein Leben ruhiger führt.

Wer Stress hat, ist wichtig und
verdient deshalb Anerkennung!?

Als Mentaltrainerin würde ich gerne mit Menschen, die mit ihrem Stress-Level um Anerkennung haschen, daran arbeiten, was die eigentlichen Hintergründe dafür sind. Erarbeiten, was genau diese Person stresst. Das Bedürfnis nach Anerkennung an sich ist absolut legitim. Wir wollen und brauchen sogar alle Anerkennung in unserem Dasein. Dabei zählt weder das Alter noch die Rolle, die wir in unserem Leben einnehmen. Ob Kleinkind, Jugendlicher, Erwachsener, Oma, Opa, Tante, Onkel, Cousin, Freundin, KollegIn, …. Du möchtest doch auch anerkannt werden – so wie du gerade eben bist! Deshalb liegt meines Erachtens nach Stress als Statussymbol ein komplett anderer Beweggrund zu Grunde. Dazu werde ich eventuell mal einen eigenen Blog-Beitrag verfassen, hier würde es den Rahmen sprengen. 🙂 Wenn du diesbezüglich mehr von mir lesen möchtest, schreib es mir entweder in die Kommentare oder direkt per Mail an praxis@5ebenen-coach.at.

Ist das noch immer so?

Glücklicherweise stelle ich fest, dass sich dieser Gedanke – also Stress als Statussymbol – durchaus in den letzten Jahren aus den Köpfen der Menschen verabschiedet hat. Das liegt einerseits daran, dass immer mehr Menschen unter körperlichen und seelischen Beschwerden auf Grund von Überforderung und Überlastung leiden und andererseits auch daran, dass die Gesellschaft vermehrt Situationen hinterfragt und die Themen Achtsamkeit, Selbstfürsorge und das Bewusstsein für SICH SELBST an Bedeutung gewonnen haben bzw immer mehr gewinnen. Oftmals bedauerlicherweise erst dann, wenn die Beschwerden schon so stark ausgeprägt sind, dass man entweder unter der Last, die man mit sich trägt, zusammenbricht und/ oder kein „normales“ Leben mehr möglich ist. Ich selbst habe das bereits zwei Mal erlebt.

Bereits im Jahre 2009, nach Abschluss von zwei berufsbegleitenden Studienlehrgängen innerhalb von sieben Jahren, hatte ich das Gefühl, egal, was ich unternehme und egal welche Kompetenzen ich mir aneigne, ich erreiche mein Ziel (= im Bereich Marketing & Kommunikation zu arbeiten) nicht. Dann kamen private Probleme dazu und ich fiel in ein Loch. Ich konnte nicht mehr gut schlafen – um genauer zu sein hatte ich Ein- und Durchschlafprobleme, bin in der Nacht schweißgebadet aufgewacht und konnte in der Früh kaum aus dem Bett. Antriebslosigkeit, Motivationslosigkeit, Traurigkeit und depressive Stimmung beherrschten zu diesem Zeitpunkt mein Leben. Dinge, die ansonsten „nebenbei“ erledigt wurden, wie zB den Geschirrspüler ein- bzw ausräumen, waren plötzlich Schwerstarbeit für mich. Die Küche glich tagelang einem Schlachtfeld. Ich war unfähig dieses Schlachtfeld zu beseitigen.

Ich wurde Mama

Ein weiterer Wendepunkt in meinem Leben war die Geburt meines Sohnes im Oktober 2013. Ein paar Monate nach meiner ersten Erschöpfungsdepression erfuhren mein Partner und ich, dass ich schwanger bin. Wir waren uns schon lange einig eine Familie zu gründen, dass sich der Kinderwunsch so rasch erfüllen würde, haben wir jedoch nicht erwartet. Wir freuten uns sehr über diese Nachricht und waren überglücklich. Die Schwangerschaft und die Geburt unseres Kindes verliefen komplikationslos. Unser Sohn Constantin hat unser bisheriges Leben vorerst mal um 180 Grad gedreht. Nichts war mehr so, wie es mal war.

Wenn du selbst Mutter oder Vater bist, weißt du wovon ich spreche. Wir haben uns grundsätzlich rasch in die Elternrolle eingefunden, dennoch waren wir immer wieder mit neuen Herausforderungen, wie zB extremen Schlafentzug, weil das Baby von Koliken gequält wurde, konfrontiert. Relativ bald – um genauer zu sein, als mein Sohn erst ein paar Monate alt war – bin ich immer wieder und immer öfter an meine Grenzen gestoßen. Ich habe Eigenschaften, Handlungsweisen und Reaktionen an und von mir kennen gelernt, die ich so oder in dieser Ausprägung von mir noch nicht kannte.

Wieder zurück im Job

Nach zwei Jahren Karenz bin ich wieder ins Berufsleben zurückgekehrt, jedoch nicht in die selbe Funktion und den selben Wochenstunden, die ich vorher hatte. Das war vorerst auch absolut in Ordnung so! Nach drei Jahren im Verkaufsinnendienst wollte ich dann endlich mein Ziel – nämlich im Bereich Marketing & Kommunikation tätig zu sein – erreichen und habe mich intern im Unternehmen auf eine ausgeschriebene Stelle beworben. Ich war Feuer und Flamme für diesen Job! Er war, wie für mich gemacht. Und ja …. ich hab den Job bekommen! 🙂 Yessss!!!

Zur selben Zeit habe ich das Interesse an Mentaltraining und mentaler Stärke entwickelt und 2018 die Ausbildung zur diplomierten Mentaltrainerin und diplomierten Mentalcoach begonnen. Nachdem ich auch immer schon großes Interesse an der Alternativmedizin – um genau zu sein an Aromatherapie – hatte, habe ich gleich im Anschluss die Ausbildung zur diplomierten Aromafachberaterin absolviert. Das Gelernte konnte ich zu diesem Zeitpunkt hervorragend gebrauchen und verwenden. Auch wenn die Ausbildung selbst ihren Teil zu meiner Überlastung beigetragen hat.

Zu viel Arbeit in zu kurzer Arbeitszeit

Ich weiß nicht, wie das bei deinem Arbeitgeber aussieht bzw in deinem beruflichen Umfeld, aber in dem Unternehmen, für das ich tätig war, herrschte zu diesem Zeitpunkt Personalmangel an allen Ecken und Enden, gleichzeitig auch Personalaufnahme-Stopp. Was zur Folge hatte, dass ich als Teilzeitkraft die Menge an Arbeits für 1,5 Arbeitskräfte hatte. Eine neue berufliche Herausforderung, wenn auch im selben Unternehmen, eine berufsbegleitende Ausbildung, Beziehung, Kind, Familie, Freunde und Hobbies (ganz wichtig) … und wieder war es soweit. Ich hatte wieder Ein- und Durchschlafprobleme, bin erneut in der Nacht schweißgebadet aufgewacht und konnte in der Früh kaum aus dem Bett. Als wäre das nicht genug, ist es immer öfter vorgekommen, dass ich meinen Sohn angeschrien habe. Ich war extremst leicht reizbar und meine Stimmung schwankte von einer Sekunde auf die Nächste.

Diese Abwärtsspirale war wie ein Sog. Selbst eine Woche Urlaub konnte nichts mehr bewirken. Am ersten Arbeitstag nach dem Urlaub bin ich nach einer Stunde heulend auf der Toilette zusammengebrochen. Das war DAS Zeichen für mich! Ich brauchte Hilfe! Die habe ich mir auch geholt. Der einzige Weg aus dieser Spirale rauszukommen und wieder gesund zu werden war, in den Krankenstand zu gehen und mir Zeit für mich und meine Gesundung zu nehmen – die mir mein Arbeitgeber auch gegeben hat!

Du fragst dich jetzt möglicherweise aus welchem Grund ich dir das erzähle? Ich möchte dir einen Einblick in meine Erfahrungen und Erlebnisse geben, weil ich weiß, dass nicht nur ich Ereignisse dieser Form in meinem Leben hatte. Viele in meinem Umfeld – im beruflichen, wie im privaten – haben ähnliches erlebt. Möglicherweise nickst du gerade zustimmend mit deinem Kopf, weil auch DU Personen kennst, die dir annäherndes erzählt haben. Unter Umständen hast du selbst Erfahrungen, wie diese in deinem eigenen Leben gemacht.

Stress ist individuell!
Was dem Einen hilft, muss für dich nicht automatisch das Richtige sein!

Zum Einen ganz klar die Gespräche mit einem Spezialisten. Ich musste MICH wieder finden. Alles in meinem Leben wurde in Frage gestellt und auf Aktualität, Richtigkeit und Relevanz überprüft und gegebenenfalls verändert. In dieser Zeit habe ich viel über mich erfahren dürfen – und auch über meine eigentlichen Wünsche und Ziele. Zum Anderen haben mir Werkzeuge aus dem Mentaltraining und ätherische Öle geholfen, meine Glaubenssätze und Werte neu zu sortieren und zu definieren. Die Kraft der Pflanzen ist bemerkenswert. Das ist auch der Grund, weshalb ich diese beiden Bereiche miteinander kombiniere. Schlussendlich habe ich mich von meinem Arbeitgeber getrennt, bin aus dem Angestelltenverhältnis in die Selbständigkeit gegangen und teile mit Begeisterung mein Wissen mit DIR.

Natürlich stehe ich immer wieder Herausforderungen, Veränderungen und Belastungsproben gegenüber – sei es beruflich, innerhalb der Familie oder in meinem Umfeld. Ich habe aber mittlerweile gelernt, die Kunstwerke der Natur positiv für den Menschen und seine seelische, mentale und körperliche Gesundheit einzusetzen.

Hast du ähnliches erlebt? Bist du möglicherweise gerade selbst in dieser oder ähnlichen Situation?
Kennst du deine Stressoren und deine persönlichen Stressverstärker? Erkennst du deine körperlichen Stressreaktionen als solche?

Es ist wichtig zu wissen, was bzw welche Situationen dich stressen. Wenn du dir nicht sicher bist oder nicht genau weißt wie du es am besten herausfindest – kontaktiere mich! Ich unterstütze dich sehr gerne dabei!

Alles Liebe & Gesundheit,
Melanie

Bildnachweis: Unsplash und Pixabay

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